2011 Haltern am See
50 Jahre Jugendarbeit in Kirchengemeinde und Stadtteil
DPSG St. Johannes feiert Jubiläum im Pfingstlager
Wiemelhausen Die Pfadfinder packten am Freitag, 10.06. ihr Material und
viel Verpflegung ein und fuhren ins Zeltlager über Pfingsten nach Haltern.
Das Besondere: Am Samstag und Sonntag folgten noch einmal gut 70 Ehemalige
und 20 Eltern. Über 150 Teilnehmer feierten in diesen Tagen den 50.
Geburtstag ihres Stammes. Jung und Alt schwelgten in Erinnerungen, Fotoalben
wurden gewälzt, und sie staunten über die vielen erhalten gebliebenen
Traditionen aber auch Veränderungen im Stamm zwischen gestern und heute.
1961 ergriffen Hermann Groll und Philipp Kemner die Initiative und gründeten
gemeinsam mit Vikar Franz Westhoff die erste Pfadfindergruppe in St.
Johannes, die zunächst noch als Siedlung der weitmarer Pfadfinder galt.
Alle drei sind längst verstorben, aber ihre Idee hat sich durchgesetzt. Die
Pfadfinder sind in Wiemelhausen inzwischen der stärkste Jugendverband und
Teil eines weltumspannenden Netzwerkes.
Auch Mitglieder der ersten Gruppen, heute zwischen 60 und 70 Jahren alt,
folgten der Einladung ins Jubiläumszeltlager. Einige trugen dabei ihre über
die Jahrzehnte aufbewahrten Klufthemden und Halstücher selbst wenn der ein
oder andere beim Einatmen größte Vorsicht walten lassen musste. Meine alte
Kluft ist wie ein Brautkleid das wirft man auch nicht einfach weg!
Friedhelm Fründ, Mitglied der ersten Stunde und einige Jahre
Stammesvorsitzender, brachte es in seinen Dankesworten später auf den Punkt:
Einmal Pfadfinder immer Pfadfinder ein Leben lang und egal wo man sich
befindet!
Die aus ganz Deutschland angereisten Ehemaligen genossen es am Samstag,
zusammen mit den Aktiven mit Axt und Säge Lagerbau zu betreiben, der in
einer aufwändigen Bannermastkonstruktion gipfelte. An dessen Aufbau
beteiligten sich in der Spitze bis zu 40 Personen. Während dessen lief auch
das Küchenteam vom Wölfling (8 Jahre) bis zum Rover (20 Jahre) zur
Höchstform auf, um die Buffets für den Samstag- und den Sonntagabend
herzustellen. Romantische Höhepunkte waren an diesen beiden Tagen die
abendlichen Feuerrunden mit den alten und vielen neuen Liedern sowie
Sketchen von Ehemaligen und Aktiven. So mancher fand vor dem Wecken am
nächsten Morgen gerade mal ein knappes Stündchen Schlaf.
Der Lagergottesdienst stand unter dem Leitspruch des Gründers der
Pfadfinderbewegung, Lord Robert Baden-Powell: Ein Pfadfinder ist aktiv
darin Gutes zu tun, nicht passiv gut zu sein. Dazu waren der Essener
Diözesanjugendseelsorger Matthias Feldmann und Kaplan Pater Bonifatius aus
St. Johannes nach Haltern angereist, um diesen Dankgottesdienst gemeinsam zu
zelebrieren. Am Ende nahm jeder Teilnehmer einen kleinen Merkzettel mit der
Aufforderung Baden-Powells an die Pfadfinder der Welt mit in den Alltag, der
nach diesem erlebnis- und erinnerungsreichen Pfingstlager alle wieder
einholen wird: Versuche, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als
du sie vorgefunden hast!
Beim Dankwort am Ende der Veranstaltung übergab Fründ, den beiden jetzigen
Stammesvorständen Mareike Kuckuck und Björn Werth-zur-Osten das
Geburtstagsgeschenk der Ehemaligen, Geld für einen Lagerkühlschrank. Fründ:
"Damals haben wir unsere Lebensmittel noch in selbst ausgehobenen Erdgruben
gekühlt, aber so ändern sich die Zeiten - und an Hygienevorschriften kommen
auch Pfadfinder wohl nicht vorbei."
Zusätzliche Information: Der Stamm St. Johannes feiert sein Jubiläum mit der
ganzen Gemeinde in einem Festgottesdienst am Samstag, 25.06. um 18:15 Uhr in
der St. Johannes-Kirche und anschließend auf dem Gemeindefest im
Pfarrzentrum.
Zu DPSG-Johannes-Bild-2: Teile eines großen Netzwerkes: Das jüngste aktive
Stammesmitglied Wichtel Paul Büscher (6 Jahre) und das älteste Mitglied der
ersten Stunde Manfred Jankowiak.
Michael Klüter